PROJEKTE   ÜBER UNS   REFERENZEN  

Die unglücklich verliebte Lüge

Für Olo und Yegussa ist die Wahrheit und ihre Tradierung alles. Sie setzen die Gespräche fort, die viele Gefangene vor ihnen bereits geführt haben - erzählen sich gegenseitig Geschichten, um die Werkzeuge der Revolution lebendig zu halten. Hellsichtig hat Günther Anders in Die molussische Katakombe bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ein Fabeldeutschland entworfen, in dem der Kampf um das Recht der Unterdrückten und die Aufklärung der taumelnden Gesellschaft verbannt sind in ein unwirkliches Gefängnis.
Heute sitzen die Protagonisten nicht mehr im Kerker der Tyrannei, sondern in der Katakombe der vorgespielten Demokratie. Sind sie also längst frei? Warum verhalten sie sich weiter als Gefangene, obwohl sie sich in den gläsernen Bundestagsgebäuden befinden? Das Feindbild muss über die Jahre verschwommen sein, die Gefängnismauern haben sich mit ihm aufgelöst. Ist der Umsturz bereits geschehen, und wenn ja, ist es nun besser oder schlimmer als zuvor?
Olo und Yegussa öffnen uns die Türen zu einer Fantasiewelt, die erst die Wirklichkeit vorstellbar werden lässt. Sie glauben an die Revolution, und entdecken sie in der Zerstreuung der Abgeordneten. Längst regiert das Alternativlose. Ist es schon soweit? Einen Atemzug lang, eine Fabel breit wollen sie noch warten, um sicherzugehen, dass sie ins Licht treten können. Dass die Zerstreuung nicht nur ein Trick ist, um die letzten Paria aus ihren Verstecken zu locken. Die Fabeln sind düster. Yegussa muss sie sich merken, Olo wird bald sterben.
Die Abgeordneten zersetzen sich in ihre Einzelteile, die Gefangenen hoffen.

Spielfilm von Frédéric Jaeger und Nino Klingler
Produktion: Empirik.
Aktuell in Entwicklung

retour au menu